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Artikel RP-Online vom 05.04.2019



 
 
 

Von Hanna Eisenbart

„Jugend forscht“ bedeutet für die Begeisterten für Technik- und Naturwissenschaften soviel wie „Jugend Musiziert“ für die Musikbegeisterten. Die Teilnahme ist nach Alter gestaffelt, die ab 14 Jährigen nehmen teil an: „Schüler experimentieren“ und ab 16 Jahren an „Jugend forscht“. Zunächst muss der Regionalwettbewerb gewonnen werden, um an dem Landeswettbewerb teilnehmen zu können. Ist auch diese Hürde geschafft darf man sich am Bundeswettbewerb beteiligen.

Einer der Teilnehmer, der den Regionalwettbewerb gewonnen hat, ist Ruben Rodermann, wohnhaft in Mettmann und Schüler an der Gesamtschule Heiligenhaus. Bereits im Jahr 2017 hat er bei dem Wettbewerb als Bester abgeschnitten. Dafür hatte er im heimischen Elternhaus einen Solartracker entwickelt, der Solarzellen per Computersteuerung auf die optimale Ausrichtung zur Sonne einstellt. Da war Ruben 14 Jahre alt.

 

INFO

1700 Teilnehmer bei Jugend forscht

„Jugend forscht“ wurde 1965 von Henri Nannen, dem langjährigen Chefredakteur des „Stern“ ins Leben gerufen.

In NRW hatten sich in diesem Jahr 1724 Teilnehmer für den Wettbewerb gemeldet, davon 639 junge Damen.

 

Jetzt mit 16 konnte er mit einer computergesteuerten Fräsmaschine den Sieg im Regionalwettbewerb erringen, die beim Flugzeugbau, Maschinenbau sehr vielseitig einsetzbar ist und mit einer Genauigkeit von 0,01 mm arbeitet. Und da eine solche Anlage auch gepflegt werden muss, hat Ruben gleichzeitig für eine Fräskopfschmierung eine Baronator entwickelt, der Menge und Temperatur der Schmierstoffe steuert. Angefangen mit dem Projekt hatte er im Februar 2018, - hat also ein Jahr benötigt, diese Maschine zu entwerfen und im Modell darzustellen.

Mit seinem Freund und Schulkameraden Marven Rzok, der auch stets zu den Gewinnern der Wettbewerbe zählt, verbringt er viel Zeit, sie tüfteln, überlegen, basteln an immer wieder anderen Projekten. Diese Begeisterung ihrer Schüler kann Stefanie Reiff, Fachlehrerin für Biologie, Chemie und Naturwissenschaften an der Gesamtschule Heiligenhaus nur bewundern. Sie kennt Ruben seit der 5. Klasse und fördert ihn und weitere Teilnehmer/innen an der Arbeitsgemeinschaft nach Kräften. Die Schule ist eine sogenannte MINT freundliche Schule. MINT steht dabei für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik und die Gesamtschule Heiligenhaus hat dieses Siegel schon mehrfach vom Kultusministerium erhalten.

Der Landeswettbewerb findet in diesem Jahr in Leverkusen bei der Bayer AG statt. Drei Tage dürfen die jungen Forscher ihre Projekte vorstellen, bis dann der Sieger von der Jury ermittelt wird. In dieser engagieren sich namhafte Wissenschaftler, Lehrer und Hochschullehrer und viele mittelständische Betriebe und die Großindustrie unterstützen dieses großartige Projekt.

Im Rahmen der Schulpraktika hat Ruben bei der Firma Horstmann in Heiligenhaus sein Praktikum absolviert und hofft auf weitere Möglichkeiten, Erfahrungen in der Praxis sammeln zu können.

Wer aber jetzt denkt, Ruben sei ein verschrobener Daniel Düsentrieb, der irrt gewaltig. Denn der aufgeschlossene Bursche spielt bei ME-Sport Volleyball und lernt seit sieben Jahren Trompete in der Musikschule Mettmann. 2020 wird Ruben Rodermann nicht bei „Jugend forscht“ antreten, da will dieses Multitalent bei „Jugend musiziert“ dabei sein und sein Lehrer Peter Mokroß wird ihn sicherlich bestens darauf vorbereiten.


Artikel RP-Online vom 03.04.2019



 
 
 
 

Von Ludmilla Hauser

Ruben Rodermann fräst kleine Tannenbäume. Mit dem Computer. Denn darüber steuert der 16-Jährige eine 3D-Fräse in einem Glaskasten. Aber Ruben macht derzeit kein Praktikum in einem Betrieb mit großen Maschinen. Ruben hat seine computergesteuerte 3D-Fräse selbst entwickelt und gebaut. Jetzt steht er an seinem Stand im Bayer-Kommunikationszentrum und demonstriert Besuchern sein Präzisionswerkzeug, mit dem er auch Metallschilder gravieren kann. „Sie ist etwas langsamer als die großen Maschinen, aber günstiger und genauso präzise“, sagt er. „Das ist für Firmen, die Prototypen herstellen wollen, gut.“ Auf einem Schild ist zu lesen, warum der 16-Jährige aus Mettmann in Leverkusen ist: „Jugend forscht 2019“.

Der Gesamtschüler ist einer von 72 Teilnehmern am Landeswettbewerb, den der Bayer-Konzern jährlich seit 54 Jahren ausrichtet. „Leider sind in NRW nur 18 Mädchen unter den Teilnehmern“, sagt Kathrin Schneider, Patenbeauftragte des Konzerns für Jugend forscht. „Das ist mir zu wenig. Da müssen wir was tun,“ Sven Baszio, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Jugend forscht, pflichtet bei: „Die meisten Mädchen, bundesweit sind 38,8 Prozent der Teilnehmer weiblich, starten mit Projekten in Biologie.“ Nur wenige in den übrigen sechs Kategorien. So gebe es auf den höheren Ebenen des Wettbewerbs automatisch weniger Teilnehmerinnen. Er spricht sich generell für einen „Mintwoch“-Nachmittag aus, an dem Schülern in der Schule Freiräume fürs forschende Lernen eingeräumt werden. Obschon klar sei, dass Lehrer ein strenges Lehrplan-Korsett hätten, um so etwas möglich zu machen.

 

INFO

Die Landessieger fahren im Mai nach Chemnitz

Drei Tage waren die Teilnehmer in Leverkusen. Die Sieger fahren im Mai zum Bundeswettbewerb nach Chemnitz.

Drei frühere Teilnehmer arbeiten heute bei Bayer, zwei davon in der Forschung.

Zweiter Bereich, in dem Schneider und die Stiftung arbeiten wollen: Leverkusener Schulen. In der Teilnehmerliste ist keine verzeichnet. Bayer und Jugend forscht wollen mit Kurzfilmen und JuFos, so nennt Schneider die Wettbewerber, in die Schulen gehen.

 

Ein Job, der wie gemacht zu sein scheint für die meisten Jungforscher, die gerade ihre Forschungsergebnisse präsentieren. Eine nicht so weite Anfahrt hätten Julian Jonas Ring (18) und Alina Juliana Wiß (18). Sie kommen vom Remscheider Leibnitz-Gymnasium. Alina hat ihr Abi­tur seit 2018 in der Tasche, Julian arbeitet daran. Und daran, am Beispiel von Wimperntierchen zu prüfen, welche Histonvarianten miteinander gut können. „Histon ist ein Protein, um das sich die DNA wickelt“, erläutert Alina. In ihrer Arbeit geht es letztlich darum, wie manches Histon für die Entstehung von Krebs mit zuständig sein könnte. Freunde der beiden, die am Nachmittag mit dem zweiten Preis im Fach Biologie belohnt werden, seien geteilter Meinung zu ihrer Forschung. „Manche halten uns für Nerds. Es gibt aber welche, die finden es cool“, sagt Alina. Julian ergänzt: „Ganz gleich, ob wir gewinnen, wir werden weiterforschen. Wir sind noch nicht fertig.“

 

Und Ruben? Holt sich den ersten Platz im Fach Technik. Als er das noch nicht weiß, stellt er klar: „Falls ich gewinne, muss ich noch mehr an der Fräse arbeiten für den Bundeswettbewerb.“ Nicht aufs Treppchen zu kommen, wäre auch gut: „Dann hätte ich mehr Zeit für Freunde und fürs Trompeteüben. Ich will auch bei Jugend musiziert mitmachen.“


 

PRESSEMITTEILUNG

20.02.2019

Städtische Gesamtschule Heiligenhaus erhält den Jugend forscht Schulpreis

 

Als Würdigung ihres herausragenden Engagements ist die Städt. Gesamtschule Heiligenhaus mit dem von der CTS Gruppen- und Studienreisen gestifteten Jugend forscht Schulpreis für Neueinsteiger ausgezeichnet worden. Schüler, Lehrer und Schulleitung freuen sich über eine finanzielle Anerkennung in Höhe von 250 Euro, die der gesamten Schule zugutekommt.

Der Jugend forscht Schulpreis für Neueinsteiger wird auf allen 88 Regionalwettbewerben der 54. Wettbewerbsrunde verliehen. Die Ehrung erhalten Schulen, die hervorragende Leistungen unter Beweis stellen können und vorzugsweise zum ersten, maximal aber das dritte Mal erfolgreich am Nachwuchswettbewerb teilnehmen. Wettbewerbsleiter und Jury bewerten dabei neben der Anzahl vor allem die Qualität der eingereichten Forschungsprojekte. Beurteilt werden zudem auch die besondere Förderkultur von Schulen im naturwissenschaftlich-technischen Bereich und der Stellenwert, den der Wettbewerb Jugend forscht dort einnimmt.

Gestiftet wird der Schulpreis von der CTS Gruppen- und Studienreisen GmbH aus Lemgo, einem europaweiten Anbieter von Gruppenreisen und Klassenfahrten. Das Unternehmen würdigt damit besonders den erfolgreichen Neueinstieg einer Schule in den Wettbewerb.  „Wir halten es für wichtig, dass Schüler motiviert werden und man ihnen Möglichkeiten bietet, sich über den Unterricht hinaus mit Forschungs- und Zukunftsthemen zu befassen“, sagt Christoph Knobloch, Geschäftsführer der CTS Gruppen- und Studienreisen GmbH. „Lehrkräften und Schulen, die dies wie unsere Preisträger vorbildlich unterstützen, gebührt höchste Anerkennung.“

„Der Preis soll als Anreiz für Schulen wirken, das kreative, forschende Lernen zur individuellen Förderung interessierter und talentierter Schülerinnen und Schüler noch umfassender in den MINT-Fächern einzusetzen. Dank des Engagements der CTS Gruppen- und Studienreisen GmbH kann Jugend forscht hier gezielt Akzente setzen“, sagt Dr. Nico Kock, Mitglied des Vorstands der Stiftung Jugend forscht e. V. „Schulen sind und bleiben das Rückgrat von Jugend forscht. Dort findet die große Mehrheit unserer Teilnehmer ihre engagierten Betreuerinnen und Betreuer sowie Raum für die Erarbeitung ihrer Projekte.“

 

Pressekontakt:

Städt. Gesamtschule Heiligenhaus, Hülsbecker Str. 5, 42579 Heiligenhaus,

Tel: 02056-60227, Mail: info@gesamtschule-heiligenhaus.de


Artikel WAZ vom 24.02.2019



 
 

HEILIGENHAUS.  Heiligenhauser Gymnasiasten und Gesamtschüler sind bei „Jugend forscht“ sehr erfolgreich. Wieso man künftig sogar Schokolade drucken kann.

Enorm erfolgreich haben die Heiligenhauser Schüler beim diesjährigen „Jugend forscht“-Wettbewerb abgeschnitten. Sowohl das Immanuel-Kant-Gymnasium als auch die Gesamtschule konnten sich über zahlreiche Preise freuen.

Auf zwei dritte Preise, zwei zweite Preise, zwei Sonderpreise und einen ersten Preis können die vier Lehrerinnen, die die Jugend-forscht-AG des Kant-Gymnasiums betreuen, bei den jüngeren Schülern stolz sein, die in der Sparte „Schüler experimentieren“ antraten. Besonders erfolgreich waren Erza Dedinca und Anna Mitropoulos, die untersucht haben, wie man das Heulen beim Zwiebelschneiden stoppen kann. „Wichtig war uns, dass man als Hilfsmittel etwas nutzt, was unkompliziert und in jeder Küche verfügbar ist“, erklären die Schülerinnen der 7d. Im Biounterricht zogen sie ihre ganze Klasse als Helfer und Testpersonen heran und schnitten gemeinsam zahlreiche Zwiebeln – mit den wenigsten Reaktionen überstanden das diejenigen, die beim Schneiden ein Stück trockenen Toast aßen. Dadurch wird die Speichelproduktion angeregt und das Brennen in den Augen gemildert.

Badezusätze mit Salzen leiten deutlich besser

Die Siebtklässler Thilo, Ben und Jonah haben untersucht, ob man mit dem richtigen Badezusatz die Wirkung eines ins Wasser fallenden Föhns für den Badenden abschwächen kann. Die schlechte Nachricht ist folgende: „Zwar leiten Badezusätze mit Salzen deutlich besser als solche mit Badeperlen, die nur Duftstoffe und Öle enthalten, aber auch bei letzteren wird man schlimme Schäden davontragen“, erzählen die drei, die für ihre Forschungen einen Drogeriemarkt „geplündert“ haben.

Ein Mini-Feuerlöscher für zuhause, ein selbstgebauter Smoothie-Maker und ein Windrad, das Strom erzeugt, waren weitere Projekte der Jüngeren, bei den „Jugend forscht-Teilnehmern“ gab es einen 3. Preis, einen Sonder- und einen Teilnahmepreis für Forschungen im mathematischen, biologischen und technischen Bereich.

Erster Platz für eine Fräsmaschine

An der Gesamtschule waren Ruben Rodermann und Marvin Rzok die Garanten für eine erfolgreiche Teilnahme. Marvin (EF) erreichte mit seinem Schokoladen-3-D-Drucker den zweiten Platz in der Kategorie Technik, übertroffen wurde er nur noch von Freund und Stufenkamerad Ruben, der eine 3-D-Fräsmaschine gebaut hat. Die darf er nun dank seines ersten Platzes und der damit verbundenen Weiterleitung auf dem Landeswettbewerb von „Jugend forscht“ in Leverkusen Anfang April vorstellen. „Mit der Fräsmaschine kann man Teile aus Metallen, Holz, Kunststoff und verschiednen Arten Stahl herstellen, zum Beispiel Zahnräder als Ersatzteile oder aber auch hochwertige Briefkastenschilder“, erklärt Ruben, der rund ein Jahr an seinem Projekt gearbeitet hat.

Die gedruckte Schokolade ist übrigens auch nach der Verarbeitung essbar, die besten Ergebnisse erzielte Marvin mit Kuvertüre und Vollmilchschokolade, die auf einem Alu-Kühlkörper als Untergrund besonders gut wieder erstarren. Zusätzlich erhielt die Gesamtschule, die erst im dritten Jahr in Folge am Wettbewerb teilgenommen hat, den Schulpreis für Neueinsteiger. Der damit verbundene Geldbetrag soll zukünftigen Projekten beziehungsweise deren Präsentationen dienen, freut sich Schulleiterin Carmen Tiemann über die Anerkennung der Jury. Und AG-Leiterin Stefanie Reiff hofft, am Tag der Naturwissenschaften direkt neue Teilnehmer für „Jugend forscht“ rekrutieren zu können – der nächste Wettbewerb kommt bestimmt.

>> SO GEHT ES WEITER

 

  • Der Landeswettbewerb für Schüler bis 14 Jahre (Schüler experimentieren) findet am 3. und 4. Mai in Essen statt. Schüler ab 15 (Jugend forscht) und ihre Experimente gibt es beim Landeswettbewerb in Leverkusen vom 1. bis 3. April zu sehen.
  • Für die jüngeren Teilnehmer ist nach dem Landeswettbewerb Schluss, die Sieger der zweiten Runde von „Jugend forscht“ fahren zum Bundeswettbewerb, der vom 16. bis 19. Mai in Chemnitz stattfindet.
 
 









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